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<title>Classis Britannica</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Classis Britannica</span></h1>
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<p>Die <b>Classis Britannica</b> (britannische Flotte) war eine in <i><a href="Gesoriacum" title="Gesoriacum">Gesoriacum</a></i> (<a href="Boulogne-sur-Mer" title="Boulogne-sur-Mer">Boulogne-sur-Mer</a>, Frankreich) stationierte Abteilung der <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">römischen</a> <a href="R%C3%B6mische_Marine" title="Römische Marine">Flotte</a>, die vor allem den Verkehr auf dem Ärmelkanal und dem schiffbaren Teil der <a href="Themse" title="Themse">Themse</a> (<i>Tamesis</i>) kontrollieren sollte.
</p><p>Der Flottenverband war seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. in dieser Region präsent. Der Zweck der Flotte bestand darin, Soldaten und Vorräte zu transportieren, sowie den Kanal und die Seewege vor Piraten zu sichern. Der Name <i>Classis Britannica</i> erscheint oft auf zeitgenössischen Inschriften. Die meisten von ihnen stammen aus <i>Gesoriacum</i>. Er ist von flavischer Zeit bis in die Mitte des 3. Jahrhunderts bezeugt. Sie war neben der Rheinflotte (<i><a href="Classis_Germanica" title="Classis Germanica">Classis Germanica</a></i>) eine der größten Flottenverbände im <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Römischen Reich</a>, rangierte vor allen anderen Provinzflotten und bestand – in veränderten Organisationsformen – wahrscheinlich bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. Zahlreiche Ziegel mit dem Stempel der britannischen Flotte wurden an neun Standorten rund um die Küsten von Sussex und Kent sowie an zwei Orten in der Region Boulogne-sur-Mer geborgen. Ergänzt durch einige Grabinschriften bilden sie den wichtigsten archäologischen Beweis für die Präsenz der Flotte an beiden Seiten des Ärmelkanals.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Funktion_und_Taktik">Funktion und Taktik</h2></div>
<p>Da Britannien eine Insel ist, war die Stationierung einer eigenen Provinzflotte für die Zeit der Okkupation und nachfolgender Sicherungsaufgaben unumgänglich. Sie operierte jedoch nicht eigenständig und unabhängig, sondern stand weitgehend unter Kontrolle der Landstreitkräfte.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ihr Operationsgebiet umfasste folgende Abschnitte:
</p>
<ul><li>den Atlantik nahe der britischen Küsten,</li>
<li>den Ärmelkanal,</li>
<li>die Ost- und Westküste Britanniens,</li>
<li>die Nordsee,</li>
<li>die schiffbaren Flusssysteme Britanniens und</li>
<li>die kontinentale Küste bis zur Rheinmündung.</li></ul>
<p>Die Aufgaben dieser Seestreitmacht waren:
</p>
<ul><li>Schutz der Gewässer um Britannien.</li>
<li>Patrouillenfahrten entlang der Küstenzonen an der Nordsee bzw. dem Ärmelkanal und rund um die britischen Inseln.</li>
<li>Sammeln von Informationen.</li>
<li>Transporte und amphibische Militäroperationen.</li></ul>
<p>Hauptaufgabe der römischen Flotte in britischen Gewässern war es, die Seewege von Gallien nach Britannien zu schützen und das Landheer in Britannien mit Nachschub zu versorgen, nicht jedoch die Verteidigung der britischen Insel im Falle einer Invasion. Aus diesem Grund befand sich ihr Hauptquartier auch in <i>Portus Itius/Gesoriacum</i> (Boulogne-sur-Mer). Weiters sollte sie anfangs die römischen Legionen bei ihrem Vormarsch in Britannien unterstützen und später die Küsten gegen friesische, fränkische und sächsische Seeräuber sichern. Auch der Geleitschutz für die von Britannien an die Kastelle der Rheingrenze abgehenden Getreidetransporter oblag diesen Seestreitkräften. Aufbau und Ausrüstung der Classis Britannica erfolgten in <i>Gesoriacum</i>, bemannt wurden die neuen Schiffe wohl zuerst mit Angehörigen der Mittelmeerflotte. <i>Gesoriacum</i> eignete sich besonders gut als Einschiffungshafen nach Britannien, da es am Ende einer wichtigen <a href="R%C3%B6merstra%C3%9Fe" title="Römerstraße">Römerstraße</a> lag, die von der Rheingrenze bis an den Atlantik reichte.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die meisten Schiffe der Classis Britannica waren im Süden und Osten der Insel stationiert. Ständige Patrouillen hielten auf dem <i>Oceanus Britannicus</i> (<a href="Nordsee" title="Nordsee">Nordsee</a> und <a href="%C3%84rmelkanal" title="Ärmelkanal">Ärmelkanal</a>) nach potentiellen Raubschiffen Ausschau. Auch eine investigative Feindaufklärung ermöglichte es den Römern, diesen Bedrohungen wirksam zu begegnen. Die Taktik hierfür war immer gleich, abfangen und zerstören von Feindschiffen wenn sie sich der Küste näherten oder Plünderern und Invasoren später den Rückzug abzuschneiden sofern sie schon gelandet und ins Landesinnere vorgedrungen waren.
</p><p>Zusätzlich zu diesen maritimen Aufgaben setzte die Classis Britannica ihr Personal auch bei Aufbau und Instandhaltung von Militäranlagen und Infrastruktur in Britannien ein. Bekannt sind Einsätze beim Bau von Straßen und Hafenanlagen, drei Inschriftensteine belegen auch deren Beteiligung am Bau des <a href="Hadrianswall" title="Hadrianswall">Hadrianswalles</a>.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es gibt auch Hinweise, dass Flottensoldaten zur Eisenverhüttung und Holzgewinnung für den Schiffsbau in <a href="Kent" title="Kent">Kent</a> eingesetzt wurden. Wissenschaftler des <a href="Mainz" title="Mainz">Mainzer</a> <a href="Museum_f%C3%BCr_Antike_Schifffahrt" title="Museum für Antike Schifffahrt">Museums für Antike Schifffahrt</a> gehen davon aus, dass römische Kriegsschiffe in Friedenszeiten auch Güter transportiert haben und entsprechend umgerüstet wurden.
</p><p>CB-Ziegelstempel aus Britannien (Bardown, Beauport Park, Bodiam und Cranbrook) standen entweder direkt oder indirekt im Zusammenhang mit der dortigen Eisenindustrie. Es wird daher angenommen, dass die <i>Classis Britannica</i> u. a. Transportaufgaben für die Eisenminen in der Gegend von Hastings und Battle übernahm und versandfertige Eisenbarren in einem oder mehreren Häfen an den Mündungen kleiner Flüsse verlud.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In <a href="Brentwood_(Essex)" title="Brentwood (Essex)">Weald</a> im Südosten Englands wurden in diesem Zusammenhang immer wieder Ziegelstempel der <i>Classis Britannica</i> an Orten gefunden, die mit der damaligen Eisenproduktion in enger Verbindung stehen.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die größte davon befindet sich in Beauport Park in der Nähe von Battle, East Sussex, wo mehr als 1000 dieser gestempelten Dachziegel verwendet wurden, um ein Badehaus zu überdachen, das auf dem Areal einer großen <a href="Eisenwerk" title="Eisenwerk">Eisenhütte</a> stand.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Andere Eisenproduktionsstätten, in denen CB-Stempel gefunden wurden, befinden sich in Bardown, in der Nähe von Wadhurst, Sussex,<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und Little Farningham Farm, in der Nähe von Cranbrook, Kent.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Drei weitere Orte, an denen Ziegelstempel gefunden wurden, hatten in der Römerzeit noch Zugang zu schiffbarem Gewässern, bei zwei von ihnen, Bodiam<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und Boreham Bridge in der Nähe von Ninfield<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, beide in Sussex, fand man die Reste von Eisenhütten. Die Implikation ist daher, dass die <i>Classis Britannica</i> nicht nur Eisen transportierte, sondern auch an seiner Produktion beteiligt war.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Schiffstypen">Schiffstypen</h2></div>
<p>Die Flotte setzte sich aus Kriegsschiffen (Ruderschiffen) und Transportern (Seglern) zusammen. Die Kriegsschiffe waren zumeist <a href="Biremen" class="mw-redirect" title="Biremen">Biremen</a> oder <a href="Liburne" title="Liburne">Liburnen</a> (Zweireiher), mit einer Trireme (Dreiruderer) als <a href="Flaggschiff" title="Flaggschiff">Flaggschiff</a>. Für eine größere Anzahl von <a href="Triere" title="Triere">Triremen</a> bestand kein Bedarf, da es in diesen Gewässern keine gegnerischen Schiffe dieser Größe gab. Sie wären gegen die viel kleineren, schnellen und wendigen Ruderschiffe der örtlichen <a href="Piraterie" title="Piraterie">Piraten</a> auch nutzlos gewesen. Die Biremen waren mit zwei abgedeckten Ruderbänken ausgestattet, mit einem Mann pro Ruder. Das Deck sollte sie hauptsächlich vor dem Wetter und starkem <a href="Seegang" title="Seegang">Seegang</a> als vor dem Feind schützen. Die Schiffe waren ca. 30,5 m lang und 5,5 m breit. Zusätzlich verfügten sie noch über <a href="Rammsporn" title="Rammsporn">Rammsporne</a> und <a href="Balliste" title="Balliste">Ballisten</a> als Bewaffnung. Die Mannschaft bestand aus etwa 100 Ruderern und einer Abteilung Marinesoldaten. Ab der Spätantike wurde ein kleineres Kampfschiff für den Küstenschutz eingeführt, die <a href="Navis_lusoria" title="Navis lusoria">Navis Lusoria</a>. Darüber hinaus wurden <a href="Kutter_(Bootstyp)" title="Kutter (Bootstyp)">Kutter</a>, Ruderboote sowie eine Vielzahl von Handels- und Transportschiffen eingesetzt. Letztere wurden normalerweise nach romanisch-keltischer Tradition auf Kiel gelegt. Der <i>Oceanus Britannicus</i> war jedoch für seine tückischen Gewässer mit massiv auftretenden Gezeiten und Strömungen, oft gepaart mit heftigen Stürmen, berüchtigt. Der Kanal und die <a href="Nordsee" title="Nordsee">Nordsee</a> sind zudem im Winter viel anfälliger für Starkwinde als die stürmischste Region des Mittelmeers. Im Mittelmeer sind die <a href="Gezeiten" title="Gezeiten">Gezeiten</a> kaum wahrnehmbar, im Gegensatz zur britischen Küste, wo sie zweimal täglich zwischen 1,5 und 14 Meter steigen und fallen können. Die gallischen und britischen Werften mussten wegen dieser, wesentlich raueren Bedingungen daher spezielle Schiffe auf Kiel legen, die ihnen besser standhalten konnten. Sie wurden mit hochgezogenem Bug und Heck konstruiert, um sie so besser vor schweren <a href="Wellenbrechen" title="Wellenbrechen">Hochseebrechern</a> zu schützen. Sie verfügten aber auch über flache Böden, die es ihnen ermöglichte, gefahrlos durch die Küstengewässer zu navigieren, in die seichten, tief eingeschnittenen Flussmündungen einzufahren und auch bei <a href="Ebbe" title="Ebbe">Ebbe</a> auszulaufen.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>An Schiffsnamen sind bekannt:
</p>
<ul><li>Ammillia Augusta Felix (?)</li>
<li>Pacatrix Augusta (?)</li>
<li>Radians (Trireme)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Flottenkommando,_Offiziere_und_Mannschaften"><span id="Flottenkommando.2C_Offiziere_und_Mannschaften"></span>Flottenkommando, Offiziere und Mannschaften</h2></div>
<p>Flottenoberbefehlshaber war ein vom Senat bestimmter <a href="Legatus" title="Legatus">Legat</a> (<i>legatus pro praetore</i>) der sein Kommando ganz oder teilweise an einen <a href="Pr%C3%A4fekt_(R%C3%B6misches_Reich)" title="Präfekt (Römisches Reich)">Präfekten</a> abgeben konnte. Der <i>praefectus classis</i> war dem Statthalter der jeweiligen Provinz verantwortlich. Er war aber wahrscheinlich der Autorität des britischen Legaten und nicht der des Legaten der <i>Gallia Belgica</i> unterstellt. Die Präfekten hatten vorher meist schon das Amt eines <a href="Procurator" class="mw-redirect" title="Procurator">Procurators</a> innegehabt. Einem Flottenpräfekten stand als Stabschef und Stellvertreter ein Unterpräfekt (<i>subpraefectus</i>) zur Seite. Unter diesen rangierte noch der <i>praepositus classis</i>, zu jeder Flotte gehörten meist zwei dieser Offiziere. Er übernahm manchmal auch selbstständige Kommandos. Die oben genannten Offiziere verfügten über ihren eigenen Stab mit deren Adjutanten.
</p><p>Als Flottillenchef wurde im Bedarfsfall ein <i>nauarchus princeps</i> oder <i>nauarchus archigybernes</i> eingesetzt. Er entspricht in etwa dem Rang eines heutigen <a href="Konteradmiral" title="Konteradmiral">Konteradmirals</a>. Im 3. Jahrhundert wurde der Rang des Flottentribunen eingeführt (<i>tribunus classis</i>). Er übernahm die Aufgaben des ersten Nauarchen. Später nannte man ihn auch <i>tribunus liburnarum</i> (= Tribun der Kriegsschiffe).
</p><p><b>Befehlshaber:</b>
</p>
<table class="wikitable" width="100%">
<tbody><tr class="hintergrundfarbe5">
<th style="width:15%;" class="unsortable">Datierung
</th>
<th style="width:35%;" class="unsortable">Name
</th>
<th style="width:50%;">Anmerkung
</th></tr>
<tr>
<td>Hadrian
</td>
<td><a href="Marcus_Maenius_Agrippa_Lucius_Tusidius_Campester" title="Marcus Maenius Agrippa Lucius Tusidius Campester">M. Maenius Agrippa L. Tusidius Campester</a>
</td>
<td>
</td></tr>
<tr>
<td>um 133/140
</td>
<td><a href="Lucius_Aufidius_Panthera" title="Lucius Aufidius Panthera">L. Aufidius Panthera</a>
</td>
<td>
</td></tr>
<tr>
<td>um 140
</td>
<td><a href="Quintus_Baienus_Blassianus" title="Quintus Baienus Blassianus">Q. Baienus Blassianus</a>
</td>
<td>
</td></tr>
<tr>
<td>um 150
</td>
<td><a href="Sextus_Flavius_Quietus" title="Sextus Flavius Quietus">Sex. Flavius Quietus</a>
</td>
<td>
</td></tr>
<tr>
<td>nach 140
</td>
<td><a href="Titus_Varius_Priscus" title="Titus Varius Priscus">T. Varius Priscus</a>
</td>
<td>
</td></tr>
<tr>
<td>286 bis 293
</td>
<td><a href="Carausius" title="Carausius">Carausius</a>
</td>
<td>
</td></tr>
<tr>
<td>293 bis 296
</td>
<td><a href="Allectus" title="Allectus">Allectus</a>
</td>
<td>
</td></tr>
</tbody></table>
<ul class="float-right gallery mw-gallery-traditional" style="max-width: 326px;">
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Römischer Marinesoldat (2. Jahrhundert n. Chr.)</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Classiari der CB (spätes 2. oder frühes 3. Jahrhundert n. Chr.)</div>
</li>
</ul>
<p>Die Mannschaft (<i>classiari/classici</i>) unterteilte sich in zwei Gruppen, das nautische Personal und die <a href="Marineinfanterie" title="Marineinfanterie">Marineinfanterie</a>. Eine Schiffsbesatzung bestand aus
</p>
<ul><li>den Offizieren (<i>trierarchus</i> = Kapitän),</li>
<li>den Ruderern (<i>remiges</i>) und</li>
<li>einer <a href="Zenturie" title="Zenturie">Zenturie</a> Marinesoldaten (<i>manipulares/milites liburnarii</i>).</li></ul>
<p>Ihre Dienstzeit betrug 26 Jahre (vgl. <a href="R%C3%B6mische_Legion" title="Römische Legion">Legionär</a> 20 bis 25 Jahre), ab dem 3. Jahrhundert 28 Jahre, vereinzelt weiß man auch von noch längeren Dienstzeiten. Der in <i>Gesoriacum</i> stationierte und im Alter von 65 Jahren verstorbene Marinesoldat Didio diente z. B. 35 Jahre in der Flotte. Nach ihrer ehrenvollen Entlassung (<i><a href="Honesta_missio" title="Honesta missio">honesta missio</a></i>) wurden sie mit Geld oder Land abgefunden. In der Regel erhielten sie auch das <a href="R%C3%B6misches_B%C3%BCrgerrecht" title="Römisches Bürgerrecht">Bürgerrecht</a> zugesprochen, wenn sie als <i>peregrini</i> (= Fremde) der Flotte beigetreten waren. Die Heirat war ihnen erst nach Beendigung des aktiven Dienstes gestattet. Waffen und Uniformen ähnelten stark den der Legionen. Nur Flaggen und Insignien, die an den Schiffen angebracht waren und deren Bemalung, unterschieden die Flottenverbände voneinander. Stoffreste zeigten, dass viele Tuniken offenbar in verschiedenen Blautönen eingefärbt waren – von azurblau bis dunkelblau, aber auch graue und weiße Exemplare sind bekannt, Farben wie sie auch heute noch von Seeleuten getragen werden. Die Mäntel waren manchmal gesäumt und man trug dazu Helme oder graue Filzkappen wie man sie z. B. in Ägypten gefunden hat. Dolch und Kurzschwert (<i>Gladius</i>) waren an einen Ledergürtel mit <i>Cingulum</i> befestigt. Die Marineinfanterie führte im Kampf auch einen Schild (<i>Scutum</i>). Die Schilde waren wohl ebenfalls mit den Insignien der Flotte bemalt in der sie dienten.
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="R%C3%B6mische_Marine" title="Römische Marine">Römische Marine</a></div>
<p>Durch zahlreiche Inschriften wurden auch Namen, militärische Laufbahn und Ränge von Angehörigen der <i>Classis Britannica</i> bekannt:
</p>
<ul><li>Ein Weihealtar, der als <a href="Spolie" title="Spolie">Spolie</a> in das Osttor des Kastells in Lympne eingemauert war, wurde vom Flottenpräfekten Lucius Aufidius Pantera gestiftet und konnte auf die Zeit um 140 n. Chr. datiert werden.</li>
<li>Drei Bauinschriften wurden am Hadrianswall, in den Kastellen von Netherby und Birdoswald aufgefunden und berichten von durch Flottensoldaten durchgeführte Bauarbeiten, desgleichen eine im Portikus des Getreidespeicher im Kastell Benwell.</li></ul>
<p>Dies sind u. a. eine der wenigen Inschriften aus Britannien, die die <i>Classis Britannica</i> namentlich nennen.
Auch außerhalb Britanniens tauchten diesbezügliche Inschriften auf, wie z. B. in Boulogne, weitere Exemplare stammen aus anderen Teilen des Reiches:
</p>
<ul><li>Unter den ersten Flottenoffizieren befand sich T. Claudius Aug. L. Seleucus, ein Freigelassener des Kaisers Claudius (41-54), der aus dem östlichen Mittelmeerraum stammte.</li>
<li>Ein namentlich unbekannter Ritter des 2. Jahrhunderts, kommandierte nach seiner Ernennung zum Unterpräfekten der ravenatischen Flotte Pannonier, Moesier und Germanen.</li>
<li>Eine Inschrift aus Ostia bei Rom nennt einen Offizier, der zuerst im Stab der Prokuratoren in Armenien und Kappadokien diente, er erhielt später ein Kommando in der <i>Classis Britannica</i> und beschloss seine militärische Laufbahn als Befehlshaber der ravenatischen Flotte.</li>
<li>S. Flavius Quietus wurde während der Regierungszeit des Antoninus Pius (138-161) oder Caracalla (211-217), vom <a href="Primus_Pilus" title="Primus Pilus">Primus Pilus</a> der <i><a href="Legio_XX_Valeria_Victrix" title="Legio XX Valeria Victrix">Legio XX Valeria Victrix</a></i> zum Präfekten der <i>Classis Britannica</i> befördert.</li>
<li>Eine Inschrift aus <a href="Arles" title="Arles">Arles</a> nennt den Afrikaner Saturninus, einen Schiffskommandanten der während der Regierungszeit des <a href="Philippus_Arabs" title="Philippus Arabs">Philippus Arabs</a> (244–249) – in der Mitte des 3. Jahrhunderts – in der Flotte diente. Sie ist die bislang jüngste epigraphische Quelle, die den Namen <i>Classis Britannica</i> (zusammen mit den Ehrennamen <i>Philippiana</i>) überliefert. Auf ihr wird der Flottendienst auch als Teil des <i><a href="Cursus_honorum" title="Cursus honorum">Cursus honorum</a></i> bezeichnet.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Stützpunkte"><span id="St.C3.BCtzpunkte"></span>Stützpunkte</h2></div>
<p>Der wichtigste Stützpunkt auf britannischer Seite war wahrscheinlich <i><a href="Portus_Dubris" title="Portus Dubris">Portus Dubris</a>/Dobrae</i> (<a href="Dover" title="Dover">Dover</a>). Die Mehrzahl der dort vorgefundenen Ziegel der einstigen römischen Festung tragen auch die Initialen <i><b>CL</b></i>[assis] <i><b>BR</b></i>[itannica]. Obwohl ihre meisten Stützpunkte in Britannien lagen, befand sich das Flottenhauptquartier (<i>navalia</i>) in Gallien, in der Hafenstadt <i>Portus Itius</i> (früher <i>Gesoriacum</i>, die Unterstadt, und <i>Bononia</i>, die Oberstadt, heute <a href="Boulogne-sur-Mer" title="Boulogne-sur-Mer">Boulogne-sur-Mer</a>, Frankreich). Die Marinesoldaten waren dort in einem eigenen, 12,45 ha großen Kastell kaserniert (erbaut im 2. Jahrhundert), das Platz für bis zu 4.000 Mann bot. Es war bis 296 Hauptstützpunkt (unter <i><a href="Carausius" title="Carausius">Carausius</a></i> war das Flottenkommando vorübergehend in <i>Portus Adurni</i> untergebracht) und wurde dann später in das <i><a href="Kastell_Rutupiae" title="Kastell Rutupiae">Kastell Rutupiae</a></i> (auch <i>Portus Ritupis</i>; Richborough, England) verlegt.
</p>
<table class="wikitable" style="width: 400px; background: #E7EDF5;">
<tbody><tr style="background: #E7EDF5; text-align: center; font-size: larger; color: #FFFFFF; background: #000080;">
<td width=""><b>Antiker Name</b>
</td>
<td width=""><b>Nächstgelegener Ort</b>
</td></tr>
<tr>
<td><i><a href="Kastell_Anderitum" title="Kastell Anderitum">Anderitum</a></i>
</td>
<td>Pevensey bei Eastbourne,<br><a href="Sachsenk%C3%BCste" title="Sachsenküste">Sachsenküste</a>, England
</td></tr>
<tr>
<td><i><a href="Portus_Adurni" title="Portus Adurni">Portus Adurni</a></i>
</td>
<td>Portsmouth, Sachsenküste, England
</td></tr>
<tr>
<td><i><a href="Kastell_Arbeia" class="mw-redirect" title="Kastell Arbeia">Arbeia</a></i>
</td>
<td>South Shields, Nachschubdepot/Hafen f.d. <a href="Hadrianswall" title="Hadrianswall">Hadrianswall</a>, England
</td></tr>
<tr>
<td><i><a href="Kastell_Alauna" title="Kastell Alauna">Alauna</a></i>
</td>
<td><a href="Hadrianswall#Küstenschutz_in_Cumbria" title="Hadrianswall">Küstenschutz Cumbria</a>, Maryport, England
</td></tr>
<tr>
<td><i><a href="Branodunum" class="mw-redirect" title="Branodunum">Branodunum</a></i>
</td>
<td>Brancester, Sachsenküste, England
</td></tr>
<tr>
<td><i><a href="Castra_Exploratorum" title="Castra Exploratorum">Castra Exploratorum</a></i>
</td>
<td>Netherby, Hadrianswall, Marinedepot ohne Hafenanlage
</td></tr>
<tr>
<td><i><a href="Glannoventa" title="Glannoventa">Glannoventa</a></i>
</td>
<td>Ravenglass, Küstenschutz Cumbria, England
</td></tr>
<tr>
<td><i><a href="Clausentum" title="Clausentum">Clausentum</a></i> ?
</td>
<td>Bitterne bei Southampton, Sachsenküste, England
</td></tr>
<tr>
<td>Cramond
</td>
<td>bei Edinburgh am Firth of Forth, England
</td></tr>
<tr>
<td><i>Deva</i>
</td>
<td>Legionslager Chester, England
</td></tr>
<tr>
<td><i>Dubrae</i> auch <i><a href="Portus_Dubris" title="Portus Dubris">Portus Dubris</a></i>
</td>
<td>Dover, Sachsenküste, England
</td></tr>
<tr>
<td><i><a href="Gariannonum" class="mw-redirect" title="Gariannonum">Gariannonum</a></i>
</td>
<td>Burgh Castle bei Great Yarmouth,<br>Sachsenküste, England
</td></tr>
<tr>
<td>unbekannt
</td>
<td><a href="Kastell_Caister-on-Sea" title="Kastell Caister-on-Sea">Kastell Caister-on-Sea</a> bei Great Yarmouth,<br>Sachsenküste, England
</td></tr>
<tr>
<td><i>Glevum</i>
</td>
<td>Gloucester, England
</td></tr>
<tr>
<td><i><a href="Isca_Silurum" title="Isca Silurum">Isca Silurum</a></i>
</td>
<td>Legionslager, Caerleon<br>bei Newport, England
</td></tr>
<tr>
<td><i>Lemanae</i>, auch <i><a href="Portus_Lemanis" title="Portus Lemanis">Portus Lemanis</a></i>
</td>
<td>Lympne, Sachsenküste, England
</td></tr>
<tr>
<td><i><a href="Londinium" title="Londinium">Londinium</a></i>
</td>
<td>London, England
</td></tr>
<tr>
<td><i>Petuaria</i>, auch <i>Pretorio</i>
</td>
<td>Brough-on-Humber,<br>England; wahrscheinlich der Hafen von <i><a href="Eboracum" title="Eboracum">Eboracum</a></i> (York)
</td></tr>
<tr>
<td><i><a href="Kastell_Pons_Aelius" title="Kastell Pons Aelius">Pons Aelius</a></i>
</td>
<td>Newcastle, England;<br>Kastell des Hadrianswalls am Tyne
</td></tr>
<tr>
<td><i>Portus Magnus</i>
</td>
<td>Portsmouth, England
</td></tr>
<tr>
<td><i><a href="Regulbium" class="mw-redirect" title="Regulbium">Regulbium</a></i>
</td>
<td>Reculver, Sachsenküste, England
</td></tr>
<tr>
<td><i><a href="Kastell_Segontium" title="Kastell Segontium">Segontium</a></i>
</td>
<td>Caernarvon, Wales
</td></tr>
<tr>
<td><i><b><a href="Gesoriacum" title="Gesoriacum">Gesoriacum</a></b></i> (<i>navalis</i>/<a href="Hauptquartier" title="Hauptquartier">Hauptquartier</a>)
</td>
<td>Boulogne-sur-Mer, Frankreich
</td></tr>
<tr>
<td><i>Condivincum</i>, später auch als <i>Portus Namnetum</i> bekannt
</td>
<td>Nantes, Frankreich
</td></tr>
<tr>
<td><i>Portus Ulterior</i>
</td>
<td>Ambieteuse, Frankreich
</td></tr>
<tr>
<td><i>Venetae</i>, später auch als <i>Dariorigum</i> bekannt
</td>
<td>Vannes, Sachsenküste, Frankreich
</td></tr>
</tbody></table>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Flottenoperationen">Flottenoperationen</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zeitenwende_bis_2._Jahrhundert">Zeitenwende bis 2. Jahrhundert</h3></div>
<p>Vorläufer der Classis Britannica war vielleicht die von <a href="Gaius_Iulius_Caesar" title="Gaius Iulius Caesar">Gaius Iulius Caesar</a> 56 v. Chr. im Krieg gegen die <a href="Veneter_(Gallien)" title="Veneter (Gallien)">Veneter</a> aufgestellte Flotte in Gallien. Deren Einheiten wurde in den Jahren 55 bis 54 v. Chr. auch für seine beiden Landungen in <a href="Britannien" title="Britannien">Britannien</a> eingesetzt. Bei den antiken Historikern gibt es keine literarischen Hinweise auf eine <i>Classis Britannica</i>. <a href="Cassius_Dio" title="Cassius Dio">Cassius Dio</a> streicht jedoch die wichtige Rolle der Flotte während der Invasion von 43 n. Chr. heraus. Laut einer Passage bei <a href="Florus" title="Florus">Florus</a> soll in <i><a href="Gesoriacum" title="Gesoriacum">Gesoriacum</a></i> von 12 bis 9 v. Chr. eine Flotte aufgebaut worden sein. Sie sollte ursprünglich die Operationen des <a href="Drusus" title="Drusus">Drusus</a> gegen die Germanen unterstützen. Derzeit gibt es jedoch keine Hinweise auf die damalige Existenz einer stehenden Flotte. Es ist daher wahrscheinlicher, dass die Aufstellung der <i>Classis Britannica</i> auf die fehlgeschlagene Caligula-Expedition im Jahr 39 oder auf die Vorbereitungen für die Invasion Britanniens im Jahr 43 zurückzuführen ist.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nachdem <a href="Cunobelinus" title="Cunobelinus">Cunobelinus</a>, König der <i><a href="Catuvellaunen" title="Catuvellaunen">Catuvellaunen</a></i>, von 37 bis 41 das südöstliche Britannien besetzt und damit die Römer provoziert hatte, holte <a href="Kaiser" title="Kaiser">Kaiser</a> <a href="Claudius" title="Claudius">Claudius</a> 43 zum entscheidenden Schlag gegen die Briten aus. Der Feldherr <a href="Aulus_Plautius" title="Aulus Plautius">Aulus Plautius</a> landete mit seiner Flotte vier <a href="R%C3%B6mische_Legion" title="Römische Legion">Legionen</a> in <a href="Kent" title="Kent">Kent</a> an, um mit ihnen anschließend weiter nach Norden vorzustoßen. Da später die zunehmende <a href="Piraterie" title="Piraterie">Piraterie</a> im Kanal den Warenverkehr zwischen Britannien und dem übrigen Reich empfindlich störte, war Kaiser Claudius gezwungen, eine eigene Seestreitmacht für diese Region aufzustellen. Auch bis zur endgültigen Eroberung eines Großteils der Insel spielte die Classis Britannica noch eine wichtige Rolle, da sie durch ihre <a href="Amphibische_Kriegsf%C3%BChrung" title="Amphibische Kriegsführung">amphibischen Operationen</a> das Landheer wirksam unterstützte.
</p><p>Erstmals literarisch erwähnt wird sie im Zuge der Revolte des <a href="Iulius_Civilis" title="Iulius Civilis">Iulius Civilis</a> in den Jahren 69–70 n. Chr. In dieser Zeit brachte die britische Flotte die Legio XIV nach Niedergermanien. Viele ihrer Einheiten wurden aber bei einem Überraschungsangriff der <a href="Cananefaten" title="Cananefaten">Cananefaten</a> zerstört. Durch Verrat fielen auch 24 Einheiten der <a href="Classis_Germanica" title="Classis Germanica">Rheinflotte</a> im Jahre 69 in die Hände der aufständischen <a href="Bataver" title="Bataver">Bataver</a>. Aus diesen und einigen nachgebauten Schiffen stellten die Bataver ihre eigene Flotte zusammen, deren Aufgabe darin bestand, die gallischen Getreidetransporte für die <a href="Armee" title="Armee">Armee</a> in <a href="Germania_magna" title="Germania magna">Germanien</a> an <a href="Maas" title="Maas">Maas</a>-, <a href="Rhein" title="Rhein">Rhein</a>- und <a href="Schelde" title="Schelde">Scheldemündung</a> abzufangen. Zu ihrer Bekämpfung mussten auch britannische Einheiten herangeführt werden. Weder der britannischen noch der <a href="Classis_Germanica" title="Classis Germanica">Rheinflotte</a> gelang es aber entscheidende Erfolge bei der Bekämpfung des Aufstandes zu erringen.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>Im Jahre 78 begann der <a href="Statthalter" title="Statthalter">Statthalter</a> <a href="Gnaeus_Iulius_Agricola" title="Gnaeus Iulius Agricola">Gnaeus Iulius Agricola</a> mit seinen Feldzug gegen die <a href="Kaledonier" title="Kaledonier">Kaledonier</a> in Nordschottland. Im Sommer 82 meuterte eine <a href="Kohorte" title="Kohorte">Kohorte</a> der <a href="Usipeter" title="Usipeter">Usipeter</a>, bemächtigte sich mehrerer Kähne und wollte auf diesen in ihre Heimat entkommen. Die Flüchtigen umsegelten Britannien, erlitten aber Schiffbruch und fielen <a href="Sueben" title="Sueben">Sueben</a> und <a href="Friesen" title="Friesen">Friesen</a> in die Hände, die sie teilweise als Sklaven verkauften.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Operationen der britischen Flotte während eines Feldzuges werden am besten während der Kampagne von Agricola beschrieben. Sie war ein integraler Bestandteil der Armee bei ihrem Vordringen nach Nordbritannien und wurde als Versorger, aber auch bei Kämpfen eingesetzt. Zwischen 82 und 84 fanden im Rahmen dieses Feldzuges auch zahlreiche Vorstöße der Flotte bis an die Ostküste <a href="Schottland" title="Schottland">Schottlands</a> statt. Tacitus berichtet u. a., dass die Marineinfanteristen bevorzugt für Überraschungsangriffe verwendet wurden.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Jahre 84 umsegelte Agricola während einer Flankenschutzoperation auch das <i>Promunturium Calidonia</i> (die Nordspitze Schottlands, heute <a href="Duncansby_Head" title="Duncansby Head">Duncansby Head</a>). Der römische Historiker <a href="Tacitus" title="Tacitus">Tacitus</a> berichtet in seiner <a href="Agricola_(Tacitus)" title="Agricola (Tacitus)">Biographie des Agricola</a>, dass dieser mit der römischen Flotte auch die britischen Inseln umfahren und dabei endgültig die Inselgestalt Britanniens bewiesen habe.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Während der Fahrt seien unter anderem die <i>orcades</i> (<a href="Orkney" title="Orkney">Orkney</a>-Inseln) entdeckt und für das Reich beanspruchte worden. Die Classis Britannica unterstützte die entlang der Ostküste Schottlands vorstoßenden Legionen auch mit Nachschub. Parallel dazu setzte Agricola seine Schiffe an der West- und Nordküste zur <a href="Milit%C3%A4rische_Aufkl%C3%A4rung" class="mw-redirect" title="Militärische Aufklärung">Aufklärung</a> ein. So wurden neben den Orkneys auch die <a href="Hebriden" title="Hebriden">Hebriden</a> und auch ein Teil der <i>hibernischen</i> (irischen) Küste erkundet. Dieser Feldzug war für die britische Flotte daher auch eine große nautische Leistung, da sie sich bei der Umrundung der britischen Insel, nördlich von Schottland, sowie bei den die Orkneys in bis dahin völlig unbekannten Gewässern kreuzte. Tacitus hebt dabei auch den Wert einer schlagkräftigen Flotte hervor. In seinem Bericht über Agricolas Feldzüge lobt er deren Taktik noch vor Eintreffen der Landstreitkräfte überraschend anzugreifen, die Küsten zu verwüsten und plündern, wodurch sich bei den Briten der Eindruck verstärkte, der militärischen Macht Roms weitgehend hilflos ausgeliefert zu sein.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Kaiser <a href="Hadrian_(Kaiser)" title="Hadrian (Kaiser)">Hadrian</a> sicherte anlässlich seines Besuches auf der Insel im Jahre 122 die Eroberungen seiner Vorgänger weiter ab und ließ überall in der Provinz die Befestigungen erneuern oder neue Anlagen errichten. Beim größten dieser Projekte, dem <a href="Hadrianswall" title="Hadrianswall">Hadrianswall</a>, beteiligten sich auch Angehörige der Flotte. Über diese Hinweise hinaus ist wenig über die Arbeit der Flotte in den nachfolgenden zwei Jahrhunderten bekannt. Die Kanalflotte gewährleistete hauptsächlich den Transfer von Truppen und deren Versorgung mit Ausrüstung und Nahrungsmitteln, zu denen zusätzliche Aufgaben wie der Betrieb von Ziegeleien und Eisengruben hinzukam. Sie fungierte daher wohl ab da eher als Transportunternehmen und nicht primär als Kampfverband.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="3._Jahrhundert">3. Jahrhundert</h3></div>
<p>Die Classis Britannica rückte erst 196 wieder in den historischen Fokus, als der britannische Statthalter <a href="Clodius_Albinus" title="Clodius Albinus">Clodius Albinus</a> gegen seinen Thronrivalen <a href="Septimius_Severus" title="Septimius Severus">Septimius Severus</a> vorging. Er muss hierfür die Flotte auf seine Seite gezogen haben, da er sie benötigte, um mit seinen Truppen rasch auf den Kontinent übersetzen zu können. Aber ihre Mannschaften dürften – nach der vernichtenden Niederlage des Albinus in der Schlacht von Lugdunum (zumindest zeitweise) in Ungnade gefallen sein. In den Jahren 208 bis 210 führte Kaiser Septimius Severus einen äußerst verlustreichen Feldzug gegen die Caledonier und Maeataer in Nordschottland. Severus überquerte den Ärmelkanal mit einem riesigen Heer, dies wurde sicher wieder zum großen Teil von der Classis Britannica transportiert, die hiefür alle Häfen an der Ostküste anlaufen musste. Die Flotte unterstützte später das Landheer, indem sie seine Flanke von See her sicherte und den Nachschubtransport organisierte. Der Kaiser startete seinen Feldzug im Jahr 209 und setzte dafür 50.000 Mann plus 7.000 Marinesoldaten und Seeleute ein. Um den Nachschub zu sichern wurden das Kastell und der Hafen von <a href="Arbeia" title="Arbeia">Arbeia</a> (South Shields) massiv erweitert. Die Getreidespeicher wurden z. B. um den Faktor zehn erhöht. Als Severus enorme Streitmacht nach Norden zog, verheerte die Flotte wieder die feindlichen Küsten, um ihre Bewohner zu terrorisieren und Landepunkte zu sichern. In Cramond am Forth und Carpow am Tay wurden Stützpunkte eingerichtet. Einige Schiffe drangen dabei auch wieder bis zum nördlichsten Punkt der britischen Inseln vor, Seegefechte fanden aber nicht statt. Die Flotte wurde für ihren Einsatz später durch eine Reihe von Münzemissionen geehrt, die Marinemotive zeigten. Die Nachfolger des Severus verfolgten danach in Britannien keine offene Expansionspolitik mehr, sodass die Classis Britannica nun wieder primär als Küstenwache, für die Piratenbekämpfung sowie Getreide- und Versorgungstransporte herangezogen wurde. Die Flotte dürfte aber ihre alten britischen Stützpunkte ab den zwanziger Jahren des dritten Jahrhunderts nach und nach aufgegeben haben, der Rest der Flotte in <a href="Gesoriacum" title="Gesoriacum">Bononia</a> hatte wohl noch etwas länger Bestand. Eine in <a href="Arles" title="Arles">Arles</a> gefundene Inschrift erwähnt den Saturninus, der um 240 Trierarch (Kapitän) in der Classis Britannica war. Sie bestätigt zumindest, dass zur Zeit der Herrschaft von <a href="Gordian_III." title="Gordian III.">Gordian III.</a> (238–244) noch eine Einheit mit diesem Namen existierte. Sie operierte von <i><a href="Gesoriacum" title="Gesoriacum">Bononia</a></i> aus, dessen Kastell und Marinebasis anscheinend bis in diese Zeit genutzt wurden. Während der Barbareneinfälle in den Jahren 256 bis 275 wurden die Anlagen der Flotte jedoch zerstört und ebenfalls aufgegeben.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>Ab 275 bekämpften die Seestreitkräfte verstärkt <a href="Sachsen_(Volk)" title="Sachsen (Volk)">sächsische</a> und fränkische <a href="Kaperei" title="Kaperei">Karperschiffe</a>, die immer öfter plündernd die Kanal- und Ostküste Britanniens heimsuchten. Diese Bedrohung führte spätestens im dritten Jahrhundert zur Gründung von neuen Küstenkastellen beiderseits des Kanals (<a href="Sachsenk%C3%BCste" title="Sachsenküste">Sachsenküste</a>), zu deren Besatzungen auch Marineeinheiten gehört haben müssen. Diese waren mit kleineren und schnellen Schiffen ausgestattet worden, mit denen man die Plünderer in ihren wendigen Ruderschiffen besser bekämpfen konnte. 286 erhielt der <a href="Carausius" title="Carausius">Flottenpräfekt M. Aurelius Musaeus Carausius</a> den Auftrag, die immer mehr um sich greifende Piraterie im Kanal und auf der Nordsee zu bekämpfen. Für diese Aufgabe wurden von ihm auch zahlreiche ehemalige <a href="Franken_(Volk)" title="Franken (Volk)">fränkische</a> Piraten in seine Flotte aufgenommen. Der Panegyricus für <a href="Constantius_I." title="Constantius I.">Constantius Chlorus</a> erwähnt eine „…<i>Flotte, die früher die Gallier beschützte</i>…“, die Carausius durch den Bau einer „…<i>Vielzahl von Schiffen</i>…“ erheblich vergrößert hatte, was darauf hindeutet, dass noch ein Marineverband in Gesoriacum/Bononia (Boulogne-sur-Mer) stationiert war, aber seine operativen Kapazitäten wohl nicht mehr ausreichte, um die Überfälle zu beenden. Der Bau der Sachsenküstenkastelle im Osten Englands könnte ebenfalls mit der Schwächung der Flotte zusammenhängen. Im Zuge einer angeblichen Unterschlagung von <a href="Kriegsbeute" title="Kriegsbeute">Kriegsbeute</a> kam es jedoch bald zum Konflikt mit dem Kaiser des Westens <a href="Maximian" title="Maximian">Maximian</a>. Dies hatte zur Folge, dass sich Carausius von seinen größtenteils loyalen Truppen und mit ihm verbündeten Franken zum <a href="Imperator" title="Imperator">Imperator</a> Britanniens ausrufen ließ. Da er nun über die größte Flotte im Nordwesten des Reiches verfügte, konnte er nicht nur ganz Britannien, sondern bald auch einen nicht unbeträchtlichen Teil der gallischen Kanalküste unter seine Kontrolle bringen. Zur Niederschlagung der letzten großen <a href="Usurpation" title="Usurpation">Usurpation</a> des 3. Jahrhunderts war daher eine neue und schlagkräftigere Flotte vonnöten. Der neu ernannte Caesar des Westens, Constantius Chlorus, konnte 293 Bononia einnehmen und wieder als Basis für seine Flottenrüstung nützen. Carausius wurde deswegen bald darauf von seinem <a href="Quaestur" title="Quaestur">Quästor</a> <a href="Allectus" title="Allectus">Allectus</a> ermordet. Im Frühjahr 296 war die neu aufgestellte römische Flotte in Gallien seeklar und konnte zum Kampf gegen die britischen Abtrünnigen auslaufen. Auch an der Seinemündung wurde unter dem Kommando des <a href="Pr%C3%A4torianerpr%C3%A4fekt" title="Prätorianerpräfekt">Prätorianerpräfekten</a> Asclepiodotus ein Expeditionskorps nach Britannien eingeschifft. Völlig unbehelligt (es herrschte trübes Wetter und die Mehrzahl der britischen Geschwader lagen bei der <i>Vectis Insula</i> (<a href="Isle_of_Wight" title="Isle of Wight">Isle of Wight</a>) auf der Lauer) konnten seine Einheiten zwischen ihren Wachschiffen durchschlüpfen und an Land gehen. In der darauffolgenden Entscheidungsschlacht zwischen Asclepiodotus und Allectus konnte Ersterer diese für sich entscheiden. Ohne weitere Zwischenfälle zog auch Constantius Chlorus in Londinium ein und ließ sich anschließend als Befreier Britanniens feiern.
</p><p>Die Flotte wurde aber nicht nur für Kämpfe, sondern auch als Mittel der Machtdemonstration eingesetzt. Über das Ende des 3. Jahrhunderts hinaus ist die Existenz eines Geschwaders von Kriegsschiffen unsicher. Wenn überhaupt noch eine größere Flotte nach der Rückeroberung Britanniens unterhalten wurde, beschränkte sie sich wohl auf Frachtschiffe die in der Liane-Mündung lagen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="4._Jahrhundert">4. Jahrhundert</h3></div>
<p><a href="Constans" title="Constans">Constans</a>, Kaiser im Westen, nutzte ab 343 <i>Bononia</i> als Ausgangsbasis für einen Britannienfeldzug. Da die gallischen und germanischen Provinzen durch die Einfälle der Germanen wirtschaftlich sehr gelitten hatten und dort zudem große Truppenkontingente zu unterhalten waren, ließ der für den Westen zuständige <a href="Caesar_(Titel)" title="Caesar (Titel)">Cäsar</a>, <a href="Julian_(Kaiser)" title="Julian (Kaiser)">Julianus</a>, im Jahre 359 binnen zehn Monaten eine Transportflotte von 400 Schiffen auf Kiel legen und erhöhte damit die vorhandene Ladekapazität schlagartig um 200 Prozent. Nun konnte wieder britannisches Getreide in großem Umfang an die Rheingrenze verbracht werden. Die Transporte verliefen in der Regel ohne Probleme, da es offenbar noch einmal gelang die Seeherrschaft im Kanal an sich zu reißen. Michel Reddé zufolge, hat die Usurpation von Carausius aber möglicherweise die Stationierung eines neuen Kriegsflottenkontignents auf beiden Seiten des Kanals verhindert. 360 verschiffte der Heermeister <a href="Lupicinus_(Heermeister)" title="Lupicinus (Heermeister)">Lupicinus</a> von Bononia aus Interventionstruppen nach <i><a href="Kastell_Rutupiae" title="Kastell Rutupiae">Rutupiae</a></i> (<a href="Richborough" title="Richborough">Richborough</a>), um eingefallene <a href="Skoten" title="Skoten">Skoten</a> und <a href="Pikten" title="Pikten">Pikten</a> wieder zurückzuwerfen. Laut <a href="Ammianus_Marcellinus" title="Ammianus Marcellinus">Ammianus Marcellinus</a> zog er im Hochwinter nach <i>Bononia</i> und beschaffte dort „<i>…genügend Schiffe die alle seine Männer tragen konnten</i>.“ Ab 364 musste sich die Flotte ständig mit ihnen auseinandersetzen, da sie nun auch begannen von See her anzugreifen. Diese Überfälle erreichten 367 ihren vorläufigen Höhepunkt. Da rasche Hilfe aus dem übrigen Imperium nicht zu erwarten war, befestigte man die gefährdetsten Küstenabschnitte und Flussmündungen Britanniens noch zusätzlich mit <a href="R%C3%B6misches_Milit%C3%A4rlager" title="Römisches Militärlager">Kastellen</a> oder baute schon vorhandene um. Dieser Limes (auch: “<a href="Sachsenk%C3%BCste" title="Sachsenküste">Sachsenküste</a>”) war laut <a href="Notitia_dignitatum" title="Notitia dignitatum">Notitia dignitatum</a> (Occ. XXVIII) ein eigener Militärbezirk unter dem Kommando des <i><a href="Comes_litoris_Saxonici_per_Britanniam" title="Comes litoris Saxonici per Britanniam">Comes litoris Saxonici per Britanniam</a></i> (Graf der Sachsenküste in Britannien) der neben Infanterie- und Kavallerieabteilungen wohl auch die Marineeinheiten unter seinem Kommando hatte. Erste Signalstationen, Kastelle und befestigte Häfen hatte Carausius bereits nach 286 errichtet. Um Pikten und Skoten (<i>barbarico conspiratio</i>) zu bekämpfen, entschloss sich Kaiser <a href="Valentinian_I." title="Valentinian I.">Valentinian I.</a> 367 mit Hilfe von in <i>Bononia</i> liegenden Schiffen eine Interventionsarmee unter dem Befehl des <a href="Magister_militum" title="Magister militum">Magister militum</a> <a href="Flavius_Theodosius" title="Flavius Theodosius">Flavius Theodosius</a> nach <i>Rutupiae</i> überzusetzen. Kriegsschiffe bekämpften danach auch noch erfolgreich die Sachsen. <a href="Flavius_Vegetius_Renatus" title="Flavius Vegetius Renatus">Flavius Vegetius Renatus</a>, ein Chronist, der seine Werke am Ende des 4. Jahrhunderts verfasste, erwähnt, dass zu dieser Zeit noch reguläre Flottenverbände existierten. Er beschreibt getarnte Ruderschiffe (<i>Lusoria</i>) die unter anderem zur Aufklärung eingesetzt wurden und so Invasion und Infiltration feindlicher Stämme verhindern sollten. Tatsächlich erwähnt die <i>Notitia Dignitatum</i> eine ganze Reihe von Marinegeschwadern, z. B. eine <i>Classis Sambrica</i> in Gallien, die wahrscheinlich in den Flussmündungen der Somme und Canche stationiert war, oder von Flottillen (<i>Barcarii</i>) im Norden Englands.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Auflösung"><span id="Aufl.C3.B6sung"></span>Auflösung</h2></div>
<p>Wie bereits erwähnt, verschwindet die Flotte schon Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. aus den historischen Quellen, aber die primäre Ursache hiefür ist umstritten. Eine ganze Reihe von bedeutenden historischen Ereignissen könnten dafür ausschlaggebend gewesen sein. Eines davon ist die Auseinandersetzung um die Herrschaft zwischen Senatoren und Militärs nach der Ermordung von <a href="Severus_Alexander" title="Severus Alexander">Severus Alexander</a> im Jahr 235 n. Chr., die die sog. „Reichskrise des 3. Jahrhunderts“ auslösen sollte. Ein weiteres könnte das von Postumus gegründete Gallische Sonderreich gewesen sein, das von 260 bis 274 bestand. Schließlich wäre dann noch die Usurpation des Carausius zu nennen, die das Ende der Flotte herbeigeführt haben könnte. Jedes von ihnen wäre geeignet gewesen, die Classis Britannica auf der falschen Seite der Geschichte landen zu lassen. Eventuell erfolgte ihre Auflösung auch im Zuge der allgemeinen Wirtschaftskrise die das Reich zu dieser Zeit erfasst hatte. Aber auch die Unzulänglichkeit der alten, „schwerfälligen“ Flotte im neuen Kontext der Piratenbekämpfung könnte einer der Gründe für ihre Zerschlagung in kleinere und flexiblere Einheiten (evtl. als Teil der örtlichen Kastellgarnisonen) gewesen sein. Über das weitere Schicksal der spätrömischen Seestreitkräfte im Kanal ist mangels schriftlicher Quellen nichts bekannt.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="R%C3%B6mische_Marine" title="Römische Marine">Römische Marine</a></li>
<li><a href="Classis_Germanica" title="Classis Germanica">Classis Germanica</a></li>
<li><a href="Classis_Pannonica" title="Classis Pannonica">Classis Pannonica</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Georg Alexander Rost: <i>Vom Seewesen und Seehandel in der Antike. Eine Studie aus maritim-militärischer Sicht.</i> Mit einem Geleitwort von <a href="Hellmut_Flashar" title="Hellmut Flashar">Hellmut Flashar</a>. Grüner, Amsterdam 1968.</li>
<li>Henry Cleere: <i>The Classis Britannica.</i> In: Paul Bennett: <i>The Saxon shore. A handbook.</i> University of Exeter, Exeter 1989, S. 18–22.</li>
<li>Sheppard Frere: <i>Tile-stamps of the Classis Britannica; imperial, procuratorial and civic tile-stamps; stamps of private tilers; inscriptions on relief-patterned tiles and graffiti on tiles (RIB 2481–2491).</i> (= <i>The Roman inscriptions of Britain.</i> 2, 5). Clarendon Press, Oxford 1993, ISBN 0-7509-0319-8.</li>
<li>Hans D. L. Viereck: <i>Die Römische Flotte. Classis Romana.</i> Köhlers Verlagsgesellschaft, Hamburg 1996, ISBN 3-930656-33-7.</li>
<li>Gustav Milne: <i>A Roman provincial fleet: the Classis Britannica reconsidered. </i>In: <i>The Sea in Antiquity.</i> Hedges, Oxford 2000, ISBN 1-84171-160-8, S. 127–131.</li>
<li>Nic Fields: <i>Rome's Saxon Shore. Coastal Defences of Roman Britain AD 250–500.</i> (= <i>Fortress.</i> 56). Osprey, Oxford u. a. 2006, ISBN 1-84603-094-3.</li>
<li>David Mason: Roman Britain and the Roman Navy, Tempus 2003, ISBN 978-0-7524-2541-2</li>
<li>Jorit Wintjes: Die Römische Armee auf dem Oceanus. Zur römischen Seekriegsgeschichte in Nordwesteuropa. Supplements, History and Archaeology of Classical Antiquity, Band: 433, 2019.</li>
<li>David E. Johnston: The Saxon Shore. The Council for British Archaeology, London 1977 (Research Report. Nr. 18).</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.openedition.org/septentrion/7573">Alain Lottin: Histoire de Boulogne-sur-Mer, ville d’art et d’histoire, chapitre 1. Presses universitaires du Septentrion, 2014.</a></li>
<li>Olivier Blamangin, Angélique Demon: Gesoriacum/Bononia au temps des usurpateurs. Les Grandes Figures historiques dans les lettres et les arts, Université de Lille, 2019, Tyrans de Bretagne, 8, S. 51–61.</li>
<li>Michel Reddé: Mare Nostrum. Les infrastructures, le dispositif et l’histoire de la marine militaire sous l’empire romain, Rome, École française de Rome, 1986, S. 271‑287.</li>
<li>Denis B. Saddington: The Origin and Nature of the German and British Fleets, Britannia, No. 21, 1990, S. 223‑232.</li>
<li>Antony Birley: Tacitus, Agricola and Germania. Oxford 1999.</li>
<li>Chester G. Starr: The Roman Imperial Navy. Cambridge 1960.</li>
<li>Simon Elliott: Sea Eagles of Empire. The History Press 2016.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.classis-britannica.co.uk/sml/index.htm">Classis Britannica</a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.naval-encyclopedia.com/antique-ships/roman-ships">Naval encyclopedia</a> (englisch)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Fields 2006, S. 51.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Ammianus 20, 1, 3; 27, 8, 6–7.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://romaninscriptionsofbritain.org/inscriptions/1340">RIB 1340</a>, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://romaninscriptionsofbritain.org/inscriptions/1944">RIB 1944</a>, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://romaninscriptionsofbritain.org/inscriptions/1945">RIB 1945</a>, ein Abschnitt des Walles bei Birdoswald (<i>Banna</i>) und Getreidespeicher in Benwell (<i>Condercum</i>).</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Johnston 1977, S. 17</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Henry Cleere: The Roman iron industry of the Weald and its connexions with the Classis Britannica. The Archaeological Journal, 131, 1974, S. 171–199.</span>
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<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Gerald Brodribb, Henry Cleere: The Classis Britannica Bath-house at Beauport Park, East Sussex, Britannia, 19, 1988, S. 217–274.</span>
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<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Henry Cleere: The Romano-British Industrial Site at Bardown, Wadhurst. Sussex Archaeological Society Occasional Paper 1, Chichester, 1970.</span>
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<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://kentarchaeology.org.uk/arch-cant/vol/121/little-farningham-farm-cranbrook-revisited">Neil Aldridge: Little Farningham Farm, Cranbrook, Revisited", Archaeologia Cantiana, 121, 2001, S. 135–156.</a></span>
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<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Tacitus, <i><a href="Agricola_(Tacitus)" title="Agricola (Tacitus)">Agricola</a></i> 28; <a href="Cassius_Dio" title="Cassius Dio">Cassius Dio</a> 66,20,1 f.</span>
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<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>igitur praemissa classe, quae pluribus locis praedata magnum und incertum terrorem faceret,</i> (Agricola 18,24)</span>
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<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Tacitus, <i>Agricola</i> 10,4.</span>
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<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Agricola 10. 12. 38, Birley 1999, S. 21f.</span>
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<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text">Elliott 2016.</span>
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<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text">Vegetius: <i>Epitoma</i> 4, 37, Reddé S. 279.</span>
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<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text">Elliot 2016.</span>
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